Der Freigeist auf der roten Couch
Der Freigeist auf der roten Couch

Am Samstag, den 7. Januar 2017 saß der Freigeist bei den Kinzigtal-Nachrichten auf der roten Couch. Die Journalistin Sabine Schuchardt interviewte die Autoren Petra Pliester und Jürgen Bräscher zu ihrem Ratgeber-Buch „Leben als Freigeist – Manipulationen durchschauen und selbstbestimmt handeln“.

Zum Artikel: Über den Mut, Freigeister zu sein

 

Mit freundlicher Genehmigung des Parzeller Verlags, Fulda, dürfen wir den Artikel aus den Kinzigtal-Nachrichten hier für unsere Blog-Leser veröffentlichen:

Über den Mut, Freigeister zu sein

Petra Pliester und Jürgen Bräscher schreiben einen Ratgeber
In der Ulmbacher Bäckerei Heil gibt es neuerdings „Freigeister“ zu kaufen. Was diese mit ihrem Buch zu tun haben, erklären die beiden Autoren Petra Pliester und Jürgen Bräscher im Couch-Gespräch.

Bei beiden war es wohl eine Frage der Zeit, bis ihre Erkenntnisse aus der täglichen Arbeit in ein Ratgeber-Buch fließen würden. Heiligabend 2015 war es so weit: Da begann die Arbeit an „Leben als Freigeist“. Der Untertitel verrät, worum es geht: Manipulationen durchschauen und selbstbestimmt handeln.

Petra Pliester (43) und Jürgen Bräscher (46) arbeiten beide in Bereichen, in denen sie Menschen erleben, die Entspannung suchen und einen Weg aus der Stress-Spirale suchen. Die Diplom-Kauffrau Petra Pliester arbeitet als Marketing- und Projektmanagerin im Birsteiner Ayurveda-Zentrum. Jürgen Bräscher ist selbstständiger Physiotherapeut und Feldenkrais-Lehrer. Der Wunsch nach Entspannung führe die Menschen in Seminare und Kurse. Doch die beiden Buchautoren wollten gerne nicht nur an den Folgen an einer Lebensweise arbeiten, sondern die Betroffenen dazu ermuntern, sich mit den Ursachen von Verspannung und Stress zu beschäftigen. „Wie kann ich im Alltag schauen, dass ich stabil bleibe?“ – denn ein Kurs oder eine Behandlung seien irgendwann vorbei, dann sei der Mensch wieder auf sich allein gestellt. „Wir wollen den Leuten helfen, ein Freigeist zu werden“, sagt Petra Pliester. Damit gemeint ist, dass Menschen den Mut finden, Dinge in ihrem Leben und ihrem Alltag zu hinterfragen und nicht weiter alles hinzunehmen, ergänzt Jürgen Bräscher. Viele Menschen würden in einer Art Gruppenzwang immer wieder dieselben Dinge tun, obwohl diese ihnen schon längst keine Freude mehr bereiten. „Vielleicht haben sie aber Lust, mal etwas Neues zu machen“, sagt Bräscher. Hier helfe ihr Buch, indem es Muster und Manipulationen aufdecke.

Es biete Lösungsansätze, indem es Fragen an die Hand gibt, wie „Energiefresser“ erkannt werden können. Das Buch richte sich daher auch an Menschen, die im Alltag immer wieder feststellen, dass ihnen die Kraft fehlt, erklären die beiden Autoren. „Manchmal tun einem die Orte, die man aufsucht, oder Situationen einfach nicht gut“, erläutert Pliester.

Eine wichtige Botschaft bestehe darin zu vermitteln, dass man mit seinen Problemen nicht allein ist, dass es anderen womöglich ganz ähnlich geht. Doch häufig gehe man durchs Leben, ohne anderen zu zeigen, wie es tatsächlich in einem selbst aussieht. Freigeist zu sein, bedeute, das zu tun, was einem gut tue, einen eigenen Weg zu finden und auch den Mut finden, ihn zu gehen.

Das Buch sei in ihrem Heimatort Ulmbach gut angenommen worden, freuen sich Pliester und Bräscher. Sie hätten bereits einige positive Reaktionen darauf erhalten von Menschen, die tatsächlich nach der Lektüre begonnen hätten, ihr Leben anders zu gestalten. Das sei ein richtig tolles Gefühl, schwärmen die beiden. Sie freuen sich auch darüber, dass Alexander Heil in seiner Bäckerei damit begonnen hat, „Freigeister“ zu backen. Sie ähneln ein wenig den Martinsmännchen.

Während der 46-Jährige schon immer in Ulmbach gelebt hat, ist Pliester der Liebe wegen vom Niederrhein aus in den größten Steinauer Stadtteil gezogen, wie sie mit einem Lachen erklärt. Dass die beiden ein gutes Autoren-Duo sind, ist wohl nicht zuletzt daran erkennbar, dass sie lediglich drei Monate benötigten, um das Skript fertigzustellen. Im Mai 2015 fanden sie schließlich einen Verlag und im Oktober wurde der Ratgeber gedruckt. Nun sind Pliester und Bräscher natürlich auf weitere Reaktionen auf das Buch gespannt.

Text: Sabine Schuchhardt