Mit Feldenkrais in die Fülle
Mit Feldenkrais in die Fülle

Was ist, wenn wir längst in der Fülle leben und die wenigsten Menschen haben das überhaupt bemerkt? Fülle, was bedeutet das überhaupt und wodurch zeichnet sie sich aus?

Im Alltag liegt der Fokus in der Regel auf dem Mangel, auf dem was fehlt. Wer kennt nicht all die Preiserhöhungen, bei denen man sich persönlich bedroht fühlt oder Angebote, die nur begrenzt erhältlich sind! Doch das sind nur Spiegel im Außen. Denn sind wir es nicht selbst, die uns begrenzen und bei dem verweilen, was wir nicht haben?

Im Verlauf des 10-tägigen Feldenkrais-Seminars in Frankreich haben wir uns immer wieder mit dem Begriff der Fülle beschäftigt und anfangs bemerkt, wie fremd dieser Begriff in unseren Ohren klingt. Die Fülle beginnt ganz tief in uns selbst und ist oft viel weniger präsent als der Mangel, der viel vertrauter klingt.
Über die Körperwahrnehmung und die innere Einstellung haben wir Stück für Stück einen anderen Blickwinkel bekommen. Unserer Körper ist es, der Feedback gibt und schon nach einigen Tagen begriffen hat, das für alles gesorgt ist.

Dazu hat natürlich unser Seminarort, die Mas de Bourlenc, entscheidend beigetragen. Unsere Gastgeber, Dominique und Thierry haben es uns sehr leicht gemacht, die Fülle zu leben. Es war nicht nur die Qualität, welche die liebevoll gestalteten Zimmer auszeichnet, sondern der Gesamteindruck der persönlichen Betreuung. Darüber hinaus erfreuten die Mahlzeiten unser Auge und lösten mit ihrem Ideenreichtum sowie ihrer Vielfalt täglich neue Begeisterung in uns aus.

Gemäß der französischen Tradition bescherte uns eine regelmäßige Siesta einen Ruhepol im Tagesablauf. Diese Zeit für sich, entpuppte sich als ein Stück Lebensqualität, das die Teilnehmer als Variante mit in unser deutsches Alltagsleben hineinnehmen können. Denn es ist genug Zeit da! Auch für einen Blick hin zum Straßenrand, zu einer Blume, auf der ein Schmetterling verweilt, in sich ruht und hin und wieder mit seinen Flügeln schlägt.

Wer mehr zum Thema “Wo lebe ich noch den Mangel“ und „Wie verbinde ich mich mit der Fülle“ erfahren möchte, kann das ab Oktober 2016 in unserem Buch nachlesen: „Leben als Freigeist – Manipulationen durchschauen & selbstbestimmt handeln“.

Text: Jürgen Bräscher